Room in room

Neben der Wahrnehmung von Raumakustik ist auch die Schallübertragung zwischen Räumen ein Thema, mit dem wir täglich in Berührung kommen. Schalldämmung entsteht nicht automatisch, wenn die Akustik in einem Raum verbessert wurde. Diese beiden Themen müssen getrennt voneinander betrachtet werden, denn der Schall, speziell tiefere Frequenzen, findet immer einen Weg in benachbarte Räume.

Schallübertragung lässt sich nur verhindern, wenn eine Entkopplung stattfindet. Je mehr Wände, Böden und Decken entkoppelt werden können, desto besser. Im Idealfall würde man einen komplett neuen Raum in einem bestehenden Raum errichten. Keine andere Methode erreicht die gleiche Dämmleistung. Wir bieten Beratung bei der Planung zu Raum-in-Raum-Konstruktionen an, basierend auf unserer Erfahrung im Bau eigener Räume.

In einem ersten unverbindlichen Gespräch finden wir heraus, ob die Dämmung des gewünschten Raums möglich ist und welcher Aufwand damit verbunden wäre.

Die Bauakustik verkennt die Realität

Beim Thema Schall geraten gerne Begriffe durcheinander. Wenn von Akustik gesprochen wird, kommen persönliche Empfindungen ins Spiel, die eine objektive Betrachtungsweise verhindern. „Diese Kirche hat eine tolle Akustik“ oder „Der Raum klingt schrill“ sind Äußerungen, die auf individuelle Wahrnehmungen zurückzuführen sind. Sie haben aber generell, also auch wenn es um Musik-Zusammenhänge geht, einen physikalischen Hintergrund. Er ist nicht schwer zu verstehen, wenn man ein paar Begriffe auseinander hält.

Bei der Bewertung von Schall muss als erstes eine Unterscheidung zwischen der Schallausbreitung zwischen Räumen und der Schallausbreitung innerhalb eines Raumes getroffen werden. Wenn Probleme in diesen beiden Bereichen behoben werden sollen, muss man unterschiedliche Maßnahmen ergreifen. Die beiden Bereiche sollten getrennt behandelt werden.

Grundsätzlich gilt: Die Schallausbreitung zwischen Räumen oder auch von innen nach außen (und umgekehrt) gehört zur Bauakustik. Die Maßnahmen, die hier getroffen werden müssen, sind Themenbereiche der Schalldämmung. Die Schallausbreitung innerhalb eines Raumes nennt sich Raumakustik. Sinnvolle Maßnahmen gehören hier zunächst zum Bereich Schalldämpfung. Manchmal kommen aber auch Methoden der Schallverteilung in Betracht.

Die Bauakustik, um die es hier geht, liegt meist in der Hand von Architekten und Bauingenieuren, deren Bewertungen sich auf den normalen Wohnalltag beziehen. Die Relevanz der Schallausbreitung beginnt hier erst ab einer Frequenz von ca. 200 Hz. Meist wird sogar weit oberhalb gemessen, weil man sich auf Alltagsgeräusche, wie das Klappern von Geschirr oder Kindergeschrei bezieht. Die hauptsächliche Schallenergie von Musik findet jedoch in einem Frequenzbereich statt, der von der Industrie weitgehend ignoriert wird: Der Bassbereich und die unteren Grundtöne von Stimmen und Instrumenten. Sie sind im musikalischen Kontext so dominant, dass die von der Industrienorm gedachte Schalldämmung mit herkömmlichen Mitteln gar nicht möglich ist. Der Frequenzbereich, den die Industrie als Bezugsrahmen festgelegt hat, ist zu weit oben angesiedelt.

typische Kurven der Schalldämmung

Stahlbeton-Diagramm zur Schalldämmung Fenster-Diagramm zur Schalldämmung Doppelschalen-Diagramm zur Schalldämmung

Die ansteigenden Kurven machen klar, dass eine effektive Schalldämmung erst ab dem Bereich von 500 bis 2.000 Hz stattfindet. Unterhalb dieser Frequenzen, also im Grundton- und Bassbereich besteht kein Schallschutz. Musiksignale aus Lautsprechern oder Instrumenten haben jedoch hier ihren zentralen Bereich. Von 20 Hz – 200 Hz werden die Bässe in der Popmusik übertragen, die Spitze bei gut 300 Hz ist der Grundtonbereich des Sängers oder der Sängerin:

Kurven der Schalldämmung in der Bauakustik

Die üblichen Konstruktionen im Gebäudebau sind alles andere als geeignet, um diese Frequenzen an ihrer Ausbreitung zu hindern. Und es kommt noch ein allgegenwärtiges Problem dazu: Schallwellen werden nicht nur durch die nächstliegende Wand übertragen, sondern auch über weitere angrenzende Gebäudeteile. Diese sogenannte Flankenübertragung wird oft unterschätzt.

Es genügt nicht, nur eine angrenzende Wand mit einer Vorsatzschale zu versehen, um einer Schallübertragung vorzubeugen. Konsequenterweise hilft nur eine Raum-in-Raum Konstruktion für einen effektiven Schallschutz. Auf diesem Weg ist es auch möglich, den Bass- und Grundtonbereich in den Blick zu nehmen. Denn durch eine geschickte Kombination von Wandabständen und Material gelingt auch ein Schutz im musikrelevanten Tieftonbereich.